Linkshänder haben am Bass drei Wege: einen echten Linkshänder-Bass, einen umgebauten Rechtshänder-Bass oder die rechtshändige Spielweise. Für die meisten ist ein echter Lefty-Bass die beste Wahl, denn bei ihm sind Sattel, Steg, Regler und Korpus für die linke Spielhaltung gebaut. Die Auswahl ist kleiner als bei Rechtshänder-Modellen, reicht aber vom Einsteigerbass bis zum Profi-Instrument.
Was einen Linkshänder-Bass ausmacht
Beim Linkshänder-Bass greift die rechte Hand die Töne auf dem Griffbrett, die linke Hand zupft oder schlägt die Saiten. Damit das funktioniert, ist das Instrument gespiegelt gebaut:
- Sattel: Die Kerben für die Saiten sind spiegelverkehrt gefräst. Die dicke E-Saite liegt oben, also wieder nah am Kopf des Spielers.
- Steg: Auch der Steg ist gespiegelt, damit jede Saite sauber stimmt.
- Regler und Buchse: Lautstärke und Klang liegen griffbereit an der Seite der Anschlagshand.
- Korpus: Cutaway und Armauflage passen zur linken Spielhaltung.
Ein Rechtshänder-Bass lässt sich deshalb nicht einfach umdrehen und neu besaiten. Der Gitarrenhändler Zoundhouse weist darauf hin, dass dafür Sattel und Steg getauscht werden müssen, am besten vom Instrumentenbauer (Zoundhouse). Bei asymmetrischen Bässen bleiben Regler und Korpusform trotzdem auf der falschen Seite.
Drei Wege im Vergleich
| Weg | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Echter Linkshänder-Bass | Alles passt zur linken Hand, gute Intonation | Kleinere Auswahl, im Laden selten zum Testen |
| Rechtshänder-Bass umbauen | Größere Auswahl an Gebrauchten | Kosten für den Umbau, Regler und Form bleiben falsch |
| Rechtshänder-Bass verkehrt herum spielen, ohne Umbau | Jedes Instrument im Proberaum spielbar | Saiten liegen umgekehrt, Griffe und Lehrmaterial passen nicht |
| Rechtshändig lernen | Alle Instrumente und Lehrbücher passen | Die schwächere Hand schlägt an |
Der dritte Weg ist bekannter, als man denkt. Viele Linkshänder spielen einen normalen Bass einfach verkehrt herum, mit der dicken Saite unten. Das funktioniert, aber Griffbilder aus Büchern und Videos müssen sie dann komplett neu denken (For Bass Players Only).
Linkshändig oder rechtshändig lernen?
Beim Bass sind beide Hände gefordert. Die Greifhand braucht Kraft und Spannweite, die Anschlagshand Rhythmus und Gefühl. Darum spielen manche Linkshänder problemlos rechtshändig, etwa der Jazzbassist John Patitucci. Andere kommen nur mit der linken Hand an den Saiten in den Groove.
Ein guter Test: Klopfen Sie einen einfachen Rhythmus auf den Tisch, erst mit links, dann mit rechts. Mit welcher Hand fühlt sich der Takt sicherer an? Diese Hand sollte anschlagen. Bei Unsicherheit hilft eine Probestunde bei einem Bass-Lehrer, der beide Haltungen ausprobieren lässt. Mehr zur Frage der führenden Hand steht im Beitrag Händigkeit.
Bekannte Bassisten, die links spielen
Der berühmteste Linkshänder am Bass ist Paul McCartney. Weitere Lefty-Bassisten sind Scott Reeder (Kyuss), Jimmy Haslip (Yellowjackets) und Stephen McGrath, der Bassist von Billy Idol (For Bass Players Only). Weitere Musiker stellt der Beitrag Berühmte Linkshänder-Gitarristen und Musiker vor.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Echte Lefty-Version: Achten Sie auf „LH“, „Lefthand“ oder „Lefty“ im Namen. Nur dann sind Sattel und Steg gespiegelt.
- Mensur: Einsteiger und Menschen mit kleinen Händen greifen auf einem Short-Scale-Bass leichter.
- Probespielen: Fragen Sie im Musikgeschäft gezielt nach Lefty-Modellen. Viele Händler bestellen sie zum Testen.
- Zubehör: Verstärker, Kabel und Saiten sind gleich wie bei Rechtshändern. Nur der Gurt sollte an beiden Pins gut sitzen.
Wer Gitarre und Bass vergleichen will, findet die Grundlagen auf der Seite Gitarre für Linkshänder. Für Streicher gibt es eine eigene Seite zur Violine für Linkshänder.


