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Linkshänder Test: So testen Sie die Händigkeit bei Kindern

Viele Eltern verunsichert die Tatsache, dass das Kind einmal die linke Hand, ein anderes Mal die rechte Hand für eine Tätigkeit benutzt. Sie fragen sich, auf welche Händigkeit das hindeutet. Hier gibt es aber keinen Grund zur Sorge, ob Rechts- oder Linkshänder, es gibt viele erfolgreiche Berühmtheiten in beiden Lagern.

Für die Eltern, die die Händigkeit ihrer Kinder gerne auf ihre Händigkeit testen möchten, sind nachstehend einige Möglichkeiten aufgeführt, die dabei helfen können.

Linkshänder Test

 

Linkshänder Test: So geht’s

Zur Feststellung gibt es verschiedene Tests, die man schon im Kindesalter durchführen kann.

  • Die frühe Erkennung ist essenziell, denn nur so kann man die Anlagen des Kindes fördern und ihm die nötige Unterstützung geben, die es braucht.
  • Besonders bei linkshändigen Kindern ist es wichtig, ihnen entsprechende Utensilien, etwa Scheren, Schreibblöcke oder Füllfederhalter, in der Schule zur Verfügung zu stellen.
  • Es gibt einfache Linkshänder Tests für zuhause und eine professionelle Erkennung durch Spezialisten – mehr dazu im Folgenden.

Klatschtest

Ein für den Hausgebrauch einfach zu machender Test ist der Klatschtest. Ausgangspunkt dieser Überprüfung ist die Beobachtung, dass man beim Klatschen eine Hand meist ruhig hält, während die andere Hand gegen diese klatscht.

  • Hält man die rechte Hand stets ruhig und schlägt mit der linken Hand gegen sie, kann das ein Indiz für Linkshändigkeit sein.
  • Ein Rechtshänder würde eher die linke Hand nicht bewegen, während seine rechte Hand eine aktive Bewegung ausführt.

Dieser Test ist allerdings kein genaues Verfahren, sondern gibt vielmehr einen ersten Anhaltspunkt. Durchgeführt werden kann dieser Test, sobald das Kind klatschen kann. Eltern sollten sich jedoch vor Augen halten, dass die Ergebnisse nicht zwingend zuverlässig sind.

Greiftest

Ein schon deutlicheres Ergebnis erhält man beim Greiftest. Bei diesem Test geht es darum, mit welcher Hand das Kind eher zugreift. Zu Hause kann dieser Test ganz einfach mit einem Stift durchgeführt werden.

  • Man hält dem Kind vermehrt Stifte hin und schaut, mit welcher Hand sie bevorzugt aufgegriffen werden. Danach hat man einen ersten Eindruck, welche Hand favorisiert wird.
  • Zur Kontrolle gibt man den Stift bewusst in die nicht bevorzugte Hand. Wechselt nun das Kind den Stift in seine andere Hand, kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei dieser um die aktivere Hand handelt.

Der Test kann schon mit Kleinkindern erfolgen. Verlässliche Ergebnisse wird er erst ab einem Alter von etwa 4 bis 5 Jahren liefern. Vorher wird oft die Beobachtung gemacht, dass Kinder noch wechselnd mit beiden Händen Stifte benutzen.

Hand-Dominanz-Test

Eine wissenschaftliche Auswertung der Händigkeit liefert der Hand-Dominanz-Test, der bei Kindern ab 6 Jahren angewendet wird. Der Testablauf besteht aus verschiedenen Aufgaben.

  • Die Kinder müssen zunächst Spuren mit einem Stift nachzeichnen, danach ist ein Kreis mit einem Stift der Kreislinie entlang zu punktieren, dasselbe geschieht mit einem Quadrat.
  • Für jede einzelne Station haben die Kinder 30 Sekunden Zeit. Die Auswertung bezieht sich darauf, wie weit die Kinder bei jeder Station gekommen sind.

Setzt man diese Ergebnisse miteinander in Relation, ergibt sich ein Gesamtbild darüber, welche Hand dominant ist.

Punktiertest

Einen ähnlichen Ansatz hat der Punktiertest, der für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren vorgesehen ist.

  • Benötigt werden nur ein Stift und Testvorlagen, die aus zwei auf Papier ausgedruckten Clowns bestehen. Ein Clown ist jeweils mit einer Hand an seinen Umrissen entlang mit 150 Kreisen zu punktieren.
  • Bei diesem Test gibt es keine vorgegebene Zeit. Am Ende werden die benötigte Zeit und die Fehlerpunkte, die nicht auf den Umrisslinien lagen, für jede Hand zunächst einzeln ausgewertet, danach miteinander verglichen.
  • Für jede Altersstufe existieren Normtabellen, die zum Vergleich beider Hände herangezogen werden. Mithilfe dieser Tabellen kann abgelesen werden, ob die ermittelten Werte für eine Links- oder Rechtshändigkeit sprechen.
  • Je älter das Kind beim Absolvieren des Tests ist, desto aussagekräftiger ist das Ergebnis.

Handpräferenztest

Eine erweiterte Form des oben beschriebenen Greiftests ist der Handpräferenztest. Er testet die Händigkeit des Kindes auf spielerische Weise.

  • Die Kinder bekommen dazu 14 verschiedene Tätigkeiten genannt, die auszuführen sind. Es handelt sich dabei um einfache Aufgaben aus dem Alltag, die jedes Kind schon kennt.
  • Durch genaue Protokollierung der separaten Aufgaben kann bei der folgenden Auswertung ein Muster erkannt werden, das zeigt, welche Hand das Kind bevorzugt verwendet.
  • Damit ein genaues Bild entsteht, sollte der Testablauf dreimal hintereinander auf die gleiche Art und Weise absolviert werden. Damit wird besser erkannt, ob es bestimmte Tätigkeiten gibt, für die ein Kind immer dieselbe Hand nutzt.

Das Gesamtergebnis gibt Aufschluss darüber, welche Hand häufiger verwendet wird und wohl die präferierte Hand ist.

Testergebnis Linkshändig – was nun?

Wie geht man vor, wenn sich eine Linkshändigkeit bei dem Kind ergibt? Stellt sich nach den Tests heraus, dass das Kind Linkshänder ist, sind Sie als Eltern besonders in der Pflicht, Ihr Kind zu fördern. Linkshändigkeit geht mit Problemen im Alltag einher (siehe unten), für die es jedoch Lösungsansätze gibt.

  1. War es vor einigen Jahren noch üblich, Linkshänder zu Rechtshändern umzuerziehen, geht man heute davon aus, dass eine Umerziehung Störungen der Motorik und der Denkabläufe verursacht. Aus diesem Grund heißt es für Sie, Ihr Kind zu unterstützen und ihm die Hilfe zu geben, die es braucht.
  2. Sind Sie selbst Rechtshänder und mit der Materie nicht vertraut, gibt es zahlreiche Stellen, die eine Beratung anbieten, worauf bei Linkshändigkeit zu achten ist. Nehmen Sie ein solches Angebot unbedingt an und sprechen Sie offen über Ihre Fragen und Sorgen.
  3. Nach einer solchen Beratung werden Sie staunen, wie gut es Linkshändern mit kleinen Hilfsmitteln gelingen kann, das Leben ohne Schwierigkeiten zu meistern, obwohl vieles aus dem täglichen Leben auf Rechtshändigkeit ausgerichtet ist.

Händigkeiten & Herausforderungen im Alltag

Der Großteil der Bevölkerung besteht aus Rechtshändern, nur etwa 10 -15 % der Menschen sind Linkshänder. Dieser Wert ist jedoch nicht statistisch genau, da man viele eigentliche Linkshänder noch immer zu Rechtshändern umzuerziehen versucht, dazu aber später mehr. Ein kleiner Teil der Bevölkerung ist sogar beidhändig, das bedeutet, sie können linke und rechte Hand gleichwertig einsetzen.

Beidhänder und Rechtshänder haben es im Alltag leichter als Linkshänder, da alle möglichen technischen Geräte auf Rechtshänder ausgerichtet sind.

  • Das beginnt mit einfachen Utensilien des Alltags, wie einer Schere. Für Linkshänder ist eine herkömmliche Schere oft nicht zu gebrauchen, da sie mit der linken Hand bedient, nicht richtig schneidet.
  • Weiter gehen die Probleme beim Schreiben. Wer linkshändig mit einem Füllfederhalter schreibt, verwischt oft seine Schrift, wenn nicht aufgepasst wird.
  • Handwerkliches Geschick ist für Linkshänder selbstverständlich kein Fremdwort, doch würde es einem Linkshänder viel leichter fallen, eine Schraube linksdrehend mit dem Schraubenzieher zu versenken.
  • Einschränkungen gibt es auch bei der Arbeit am PC. Ein Mausklick wird meist mit dem rechten Zeigefinger auf der linken Maustaste ausgeführt. Für den Linkshänder wäre eine umgekehrte Belegung praktischer. Dieses Problem lässt sich jedoch leicht lösen, da man die Maus mit wenigen Klicks umprogrammieren kann – oder man greift zu einer Maus für Linkshänder.
  • Schwieriger erweist sich hingegen das Autofahren. Für Linkshänder ist es oft mühsam, die Gangschaltung mit der rechten Hand zu bedienen. Da jedoch alle Fahrzeuge mit Schaltgetriebe auf gleiche Weise konstruiert sind, muss sich der Linkshänder damit arrangieren.

Die meisten beschriebenen Probleme lassen sich beheben, da es spezielles Werkzeug und Schreibutensilien für Linkshänder gibt, andere Hindernisse überwindet man durch Erfahrung. Die Problematik liegt vielmehr darin, dass erkannt werden muss, dass man Linkshänder ist.


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