Schere für Linkshänder: Worauf es wirklich ankommt
Warum eine echte Linkshänder-Schere spiegelverkehrte Klingen braucht, woran Sie sie erkennen und welche Schere zu Basteln, Schule und Nähen passt.
Empfehlungen im Überblick
Anzeige · Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
Bei der Schere zeigt sich der Unterschied zwischen links und rechts so deutlich wie bei kaum einem anderen Alltagsgegenstand. Wer als Linkshänder mit einer normalen Schere schneidet, kämpft nicht mit dem Griff, sondern mit der Anordnung der Klingen. Eine echte Linkshänder-Schere ist exakt spiegelverkehrt aufgebaut und löst gleich drei Probleme auf einmal.
Warum eine normale Schere in der linken Hand versagt
Bei einer Rechtshänder-Schere liegt das rechte Schneidblatt oben. Daran ändert sich auch nichts, wenn man die Schere umdreht. Für die rechte Hand ist das ideal, für die linke gleich aus drei Gründen hinderlich.
Zunächst verdeckt das obere Blatt die Sicht. Ein Rechtshänder blickt von links genau auf die Stelle, an der der Schnitt verläuft. In der linken Hand schiebt sich das obere Blatt vor diese Linie und verbirgt sie. Dazu kommt das Schnittgut selbst. Hält man das Papier mit der rechten Hand fest, klappt der abgeschnittene Rand unkontrolliert nach oben, statt sauber nach unten wegzuklappen. Man verliert die Kontrolle über die Schnittkante.
Der dritte Punkt ist unsichtbar, aber oft der ärgerlichste. Beim Greifen drückt die Hand die beiden Scherenhälften leicht zusammen, was die Klingen erst richtig aneinanderpresst und sauber schneiden lässt. Greift man von der falschen Seite hinein, wirkt dieser Druck genau andersherum. Die Blätter werden auseinandergedrückt, und im schlechtesten Fall knickt die Schere das Papier nur noch um, statt es zu durchtrennen. Diese Zusammenhänge hat das Technikblog WIESOSO anschaulich dokumentiert.
Woran Sie eine echte Linkshänder-Schere erkennen
Viele Scheren werden als für beide Hände geeignet verkauft. Meist bedeutet das nur, dass die Griffschalen symmetrisch geformt sind. Die Klingen bleiben rechtshändig angeordnet, und damit bleiben auch die drei genannten Probleme bestehen. Eine echte Linkshänder-Schere erkennen Sie daran, dass bei geöffneter Schere die linke Klinge oben liegt. Halten Sie die Schere zum Vergleich neben eine Rechtshänder-Schere, fällt die gespiegelte Bauweise sofort auf.
Der ergonomisch geformte Griff ist dabei nur das Sahnehäubchen. Angenehm ist er, aber er ersetzt die gespiegelten Klingen nicht. Wenn Sie nur auf den Griff achten, kaufen Sie womöglich eine Schere, die sich gut anfühlt und trotzdem schlecht schneidet.
Welche Schere für welchen Zweck
Für den Schreibtisch und zum Basteln genügt eine Allzweck- oder Bastelschere in linkshändiger Ausführung. Wer näht, greift zur Schneiderschere mit längerer Klinge, denn hier ist die freie Sicht auf die Stofflinie besonders wichtig. Für die Nagelpflege gibt es Nagelscheren, deren gebogene Klinge ebenfalls seitenverkehrt geschliffen sein sollte. Auch Verbandsscheren, Friseurscheren und Küchenscheren bekommt man als Linkshänder-Modell. Wer häufig dasselbe schneidet, fährt mit einer guten Spezialschere für diesen Zweck besser als mit einer Universallösung. Ergänzend lohnt ein Blick auf weitere Schreibwaren für Linkshänder, die nach demselben Prinzip funktionieren.
Scheren für Kinder und die Schule
Beim Schneidenlernen wirkt sich eine falsche Schere besonders stark aus. Ein linkshändiges Kind, das mit einer Rechtshänder-Schere arbeitet, sieht seine Schnittlinie nicht und verdreht die Hand, um überhaupt etwas zu erkennen. Das führt zu krummen Schnitten und schnell zu Frust. Bei Kinderscheren sollte nicht allein die Spitze abgerundet sein. Entscheidend ist, dass die Klinge wirklich für die linke Hand gespiegelt ist. So lernt das Kind von Anfang an eine saubere Schnittführung, was auch beim Schreibenlernen für Linkshänder hilft.
Im Geschäft oder zu Hause prüfen
Bevor Sie eine Schere dauerhaft nutzen, lohnt ein kurzer Test. Schneiden Sie ein Blatt entlang einer gezeichneten Linie. Sehen Sie die Linie frei, durchtrennt die Schere das Papier sauber und bleibt die Hand entspannt, ist die Schere richtig. Muss die Hand sich verdrehen oder knickt das Papier um, stimmt die Klingenlage nicht. Dieser einfache Test verrät mehr als jede Produktbeschreibung.
Worauf Sie beim Kauf achten
Prüfen Sie zuerst die Klingenlage, dann den Griff und zuletzt den Einsatzzweck. Eine gute Linkshänder-Schere schneidet bis in die Spitze gleichmäßig und lässt sich ohne verdrehte Hand führen. Bei häufiger Nutzung lohnt etwas mehr Qualität, weil ausgeleierte Billigscheren genau jenen Druck verlieren, der die Klingen zusammenhält. In der Küche gilt übrigens ein ähnliches Prinzip, dort beim Messer für Linkshänder und beim einseitigen Schliff.


