Messer für Linkshänder: Wann der Schliff entscheidet

Wann Linkshänder ein spezielles Messer brauchen und wann nicht: Es kommt auf den Schliff an. Brotmesser, japanische Messer und Kochmesser im Überblick.

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Bei Messern gilt für Linkshänder eine einfache Faustregel: Es kommt auf den Schliff an. Die meisten europäischen Küchenmesser sind symmetrisch geschliffen und damit für beide Hände gleich gut. Ein echtes Linkshänder-Messer brauchen Sie erst, wenn die Klinge nur auf einer Seite geschliffen ist.

Symmetrisch oder einseitig: das ist die Frage

Ein symmetrisch geschliffenes Messer hat auf beiden Seiten der Klinge denselben Schliffwinkel. Beim Schneiden entsteht zu beiden Seiten ein gleichmäßiger Widerstand, das Schnittgut wird gerade nach unten geteilt. Solche Messer, zu denen das klassische europäische Koch- und Allzweckmesser gehört, funktionieren in der linken wie in der rechten Hand. Hier braucht ein Linkshänder nichts Besonderes.

Anders bei einseitig oder asymmetrisch geschliffenen Klingen. Sie erzeugen den Widerstand vor allem auf einer Seite und drücken das Schnittgut gezielt zur Seite weg. Das ist beim Filetieren und bei feinen Schnitten ein Vorteil, macht die Klinge aber chiral. Eine für die rechte Hand geschliffene Klinge driftet in der linken Hand zur Seite, und gerade Schnitte gelingen nur mit Mühe. Der Fachratgeber Messer-Mojo ordnet die gängigen Messertypen nach genau diesem Kriterium ein.

Wo sich ein Linkshänder-Messer lohnt

Der klarste Fall ist das Brotmesser. Sein Wellenschliff, eine Erfindung von Franz Güde, sitzt standardmäßig auf der rechten Seite. Für Linkshänder gibt es Brotmesser mit dem Schliff auf der linken Seite, dazu beidseitig geschliffene Versionen für Haushalte, in denen beide Händigkeiten am Werk sind. Ähnliches gilt für Tomaten- und Käsemesser sowie für den Kartoffelschäler, weshalb sich auch ein Blick auf den passenden Sparschäler für Linkshänder lohnt.

Auch traditionelle japanische Messer wie Yanagiba, Deba oder Usuba sind einseitig geschliffen. Eine Rechtshänder-Klinge ist hier für Linkshänder kaum brauchbar. Linkshänder-Ausführungen sind erhältlich, gelten aber als Sonderanfertigung und kosten meist 30 bis 50 Prozent mehr.

Woran Sie die richtige Klinge erkennen

Halten Sie das Messer am Griff und blicken auf den Klingenrücken. Bei einer einseitig geschliffenen Klinge ist nur eine Seite zur Schneide hin angeschrägt, die andere bleibt flach. Für Linkshänder muss diese Anschrägung auf der linken Seite liegen, wenn der Griff zu Ihnen zeigt. Ein einfacher Test im Alltag ist das Schneiden einer Tomate oder einer Gurke. Driftet das Messer trotz gerader Führung immer zur selben Seite ab, arbeitet die Klinge gegen Ihre Hand. Bei symmetrischen Messern bleibt der Schnitt dagegen gerade.

Pflege und tägliche Nutzung

Einseitig geschliffene Messer werden auch nur auf der geschliffenen Seite nachgeschärft, was etwas Übung verlangt. Für den Einstieg sind symmetrische Klingen pflegeleichter. Entscheidend bleibt, wie oft Sie ein Messer wirklich nutzen. Für die normale Küchenarbeit mit europäischen Messern können Sie als Linkshänder unbesorgt zu gewöhnlichen, symmetrisch geschliffenen Modellen greifen. Spezielle Klingen brauchen Sie nur dort, wo der Schliff einseitig ist und Sie das Messer täglich benutzen. Achten sollten Sie zusätzlich auf Klappmesser und Werkzeuge mit Öffnungsmechanismus, denn diese sind oft nur für die rechte Hand gedacht.

Passende Küchenhelfer

Wie bei der Schere für Linkshänder zeigt sich auch beim Messer, dass die Asymmetrie über den Nutzen entscheidet. Weitere linksgerechte Helfer finden Sie beim Besteck für Linkshänder und beim Dosenöffner für Linkshänder. Einen Überblick gibt der Bereich Küche für Linkshänder.

Worauf Sie beim Kauf achten

Beginnen Sie mit der Frage, was Sie wirklich oft schneiden. Für Brot lohnt sich ein Brotmesser mit linkem Wellenschliff fast immer, weil hier die Asymmetrie am stärksten stört. Für die übrige Küchenarbeit genügt ein gutes, symmetrisch geschliffenes Kochmesser, das in jeder Hand sauber führt. Erst wer regelmäßig filetiert oder mit traditionellen japanischen Klingen arbeitet, sollte über eine einseitig geschliffene Linkshänder-Ausführung nachdenken. Achten Sie außerdem auf einen Griff, der unabhängig von der Hand gut liegt, denn einige wenige hochwertige Messer haben einen leicht asymmetrischen Griff für die rechte Hand. Ein kurzer Test im Geschäft, bei dem Sie das Messer locker führen und auf das Abdriften achten, schützt vor einem Fehlkauf. So geben Sie Ihr Geld nur dort aus, wo die Asymmetrie es wirklich verlangt.

Häufige Fragen

Brauchen Linkshänder spezielle Küchenmesser?
Bei den meisten europäischen Küchenmessern nicht. Sie sind symmetrisch, also beidseitig geschliffen, und funktionieren in beiden Händen gleich gut. Ein Linkshänder-Messer lohnt sich erst, wenn die Klinge einseitig oder asymmetrisch geschliffen ist.
Welche Messer sind für Linkshänder problematisch?
Einseitig geschliffene Klingen wie bei vielen Brotmessern, Tomatenmessern und traditionellen japanischen Messern wie Yanagiba oder Deba. Eine für die rechte Hand geschliffene Klinge driftet beim Schneiden zur Seite, und gerade Schnitte fallen schwer.
Was ist beim Brotmesser für Linkshänder zu beachten?
Der Wellenschliff sitzt standardmäßig auf der rechten Seite. Für Linkshänder gibt es Brotmesser mit dem Schliff auf der linken Seite, außerdem beidseitig geschliffene Modelle für gemischte Haushalte.
Sind japanische Messer für Linkshänder erhältlich?
Ja, aber als Sonderanfertigung. Einseitig geschliffene japanische Messer sind chiral, eine Rechtshänder-Klinge ist für Linkshänder kaum nutzbar. Linkshänder-Versionen kosten meist 30 bis 50 Prozent mehr und sind seltener verfügbar.
Sind Klappmesser für Linkshänder geeignet?
Nicht automatisch. Viele Taschen- und Klappmesser haben einen Öffnungsmechanismus und Clip nur für die rechte Hand. Achten Sie auf Modelle, die sich ausdrücklich beidhändig öffnen lassen.

Quellen