Besteck für Linkshänder: Nur das Messer macht den Unterschied
Gabel und Löffel sind symmetrisch, nur das Messer mit Wellenschliff hat eine Seite. Was Linkshänder-Besteck wirklich ausmacht und worauf es bei Kinderbesteck ankommt.
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Beim Besteck ist der Bedarf für Linkshänder kleiner, als es klingt. Gabel und Löffel sind symmetrisch und liegen in jeder Hand gleich gut. Eine echte Seite hat nur das Messer, sobald es einen Wellenschliff oder eine einseitig geschliffene Klinge besitzt. Wer als Linkshänder besser schneiden möchte, tauscht deshalb gezielt das Messer, nicht das ganze Set.
Gabel und Löffel kennen keine Hand
Eine Gabel mit ihren Zinken und ein Löffel mit seiner Mulde sind spiegelsymmetrisch aufgebaut. Sie greifen, stechen und schöpfen mit links wie mit rechts auf dieselbe Weise. Hier braucht ein Linkshänder nichts Besonderes, und ein als linkshändig beworbener Löffel bringt keinen messbaren Vorteil. Der oft gehörte Satz, Linkshänder bräuchten für alles eine Sonderform, trifft auf den größten Teil des Bestecks schlicht nicht zu.
Das Messer ist die Ausnahme
Anders verhält es sich beim Messer mit Wellenschliff. Dieser Schliff sitzt bei Tafel- und Brotmessern standardmäßig auf der rechten Seite, damit die Klinge in der rechten Hand sauber gerade läuft. In der linken Hand kehrt sich der Effekt um, die Klinge zieht zur Seite und das Brötchen oder die Brotscheibe lässt sich nur mit Mühe gerade durchtrennen. Der Fachratgeber Messer-Mojo ordnet die Messertypen genau nach diesem Kriterium, und für Linkshänder gibt es Tafelmesser mit dem Wellenschliff auf der linken Seite. Dieselbe Logik gilt für das größere Messer für Linkshänder in der Küche, bei dem der Schliff über den Nutzen entscheidet.
Menü-Set oder einzelnes Messer
Der Handel bietet komplette Menü-Sets für Linkshänder an, bei denen das Messer einen linken Wellenschliff trägt, während Gabel und Löffel der gewohnten symmetrischen Form entsprechen. Wer bereits ein gutes Besteck besitzt, muss kein neues Set kaufen, sondern kann einfach ein passendes Linkshänder-Messer ergänzen. Das ist günstiger und bringt denselben Vorteil beim Schneiden. Ein vollständiges Set lohnt sich vor allem dann, wenn Ihnen ein einheitliches Design wichtig ist.
Kinderbesteck als Sonderfall
Bei Lernbesteck für Kinder kann eine linkshändige Ausführung sinnvoll sein. Modelle mit geformten Griffen, Daumenmulden oder leicht abgewinkelten Köpfen sind auf eine Hand ausgelegt und erleichtern den ersten Umgang mit Besteck. Für gerade geformtes Standardbesteck gilt das nicht, da es keine Seite vorgibt. Wer für ein linkshändiges Kind kauft, achtet am besten auf eine ausdrücklich linke Griffform.
Worauf Sie beim Kauf achten
Prüfen Sie zuerst, ob Ihr vorhandenes Messer überhaupt einen Wellenschliff hat. Glatt geschliffene Tafelmesser sind oft symmetrisch und damit unkritisch. Stört der Schliff beim Schneiden, lohnt der gezielte Tausch gegen ein Linkshänder-Messer. Bei Sets achten Sie auf die Angabe des Schliffs, denn nur dort liegt der eigentliche Unterschied. Den übrigen Teil des Bestecks können Sie als Linkshänder bedenkenlos in jeder normalen Ausführung nutzen.
Material, Pflege und Servierteile
Beim Material gilt für Linkshänder dasselbe wie für alle. Rostfreier Edelstahl, oft als 18/10 gekennzeichnet, ist pflegeleicht und spülmaschinenfest. Achten Sie auf eine saubere Verarbeitung der Kanten, damit nichts drückt. Ein zweiter Blick lohnt sich bei Servierteilen. Manche Vorlege- und Soßenlöffel oder Tortenheber sind leicht abgewinkelt und damit auf eine Hand ausgelegt. Hier gibt es vereinzelt linkshändige Ausführungen, die das Servieren angenehmer machen. Für das alltägliche Essbesteck spielt das keine Rolle. Wer unter eingeschränkter Handkraft leidet, etwa durch Arthrose, profitiert eher von dick geformten, rutschfesten Griffen als von einer bestimmten Händigkeit. Solche ergonomischen Griffe gibt es für beide Hände. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob ein Set wirklich ein Linkshänder-Messer enthält oder nur als linkshändig beworben wird, denn der Unterschied steckt allein im Schliff.
Weitere Helfer für die linke Hand
In der Küche bringen Sonderausführungen nur dort einen Vorteil, wo eine Asymmetrie stört. Das gilt für den Dosenöffner für Linkshänder und den Sparschäler für Linkshänder. Einen Überblick über alle linksgerechten Geräte gibt der Bereich Küche für Linkshänder.


